Sind wir was wir sind

Vernissage in der Eisfabrik vom 28.06. bis 08.07.

Zugegeben, mich lockte heute bei 29 Grad strahlend Sonnenschein wenig nach drinnen. Ein bisschen Schattenzeit zwischendurch konnte ich aber in der Eisfabrik in der Südstadt verbringen.

Hier haben Absolvent*innen des Bachelorstudiengangs „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ Fotografien, Videos, Audiodateien ausgestellt. Interessanterweise greifen die 12 Aussteller*innen unterschiedliche Themen auf, so ist beispielsweise einer nach Tansania gereist, um dort Arbeiter in den illegalen Goldminen darzustellen. Andere Bilder porträtieren Menschen mit Esssucht, mit Alkoholabhängigkeit, mit Depression, mit Spielsucht oder auch eine Schülerin mit Cannabisabhängigkeit. Auch persönliche Erfahrungen werden dargestellt, so zum Beispiel mit Missbrauch in der Kindheit. Absurd erscheinen mir die Fotostrecke über das Frauenbild, das im italienischen Fernsehen vermittelt wird und die Darstellung des Vaters, der zugleich Pornodarsteller ist. Kontrast hierzu bilden die Geschichten der geflüchteten »Nafris« im oberen Stock. Eindrücklich ist auch der in schwarz-weiß fotografierte Alltag von Pflegekräften.

Die Ausstellung ist von der Größe gut überschaubar, man kann sich in wenigen Stunden die ganzen Werke plus Erklärungen anschauen und durchlesen. Nachdenkpotential und Diskussionsmaterial bieten die Bilder auf jeden Fall. Gerne hätte ich in einigen Fällen mehr über die Fotos erfahren oder den Menschen, der sie geschossen hat.

P.S. Der Eintritt ist frei!

/ry