Soundcheck

Ein Wohnzimmer-Konzert

Auf einer Geburtstagsparty voller Heliumballons und guter Gesellschaft fragte mich Henri von MHHumor, ob ich denn nicht bei der nächsten Ausgabe von »Wohnzimmer in Concert« vorbeischauen und ein paar Zeilen darüber schreiben möchte. Nach ein paar Sekunden Bedenkzeit war dieser Termin schon in meinen gedanklichen Kalender eingetragen, denn hey, ich hatte mir vorgenommen, dass ich jeden Tag meines freien Tertials mit neuen Erinnerungen füllen möchte. 

Im uns bekannten Wohnzimmer angekommen, lausche ich zunächst dem Soundcheck, besorge mir die übliche Fritz und mache es mir auf einem der vielen Plätze gemütlich. Gerade steht Neotropic auf der Bühne und macht mir direkt Lust auf mehr Musik an diesem Abend. Das Trio bestehend aus Elias, Joy und Joules formt diese junge Band aus Hannover, welche mit experimentellen Rhythmen und markanten Harmonien wesentlich mehr als nur eine reine Gruppe Hobbymusiker darstellt. Doch bevor dem Publikum noch mehr dieser ansteckenden Töne zu Ohren kommen soll, stellt sich Vinter vor. Persönlich konnte ich mir unter diesem Namen noch keine genaue Musikrichtung vorstellen, wurde aber sehr positiv überrascht. Heute haben Nicola und Stephan der sonst vierköpfigen Band eine, wie sie selbst sagen, Akustikversion ihrer Musik mitgebracht. Hervorzuheben ist Nicolas klare Stimme, die jeden Liedtext problemlos im Einklang mit den Gitarren trägt und einfach zum Lauschen einlädt. Sind wir noch in Hannover? Es könnte auch ein Musikkeller in Nashville oder sein, so international wie die Songs klingen.

Nach einer kurzen Umbaupause brachte Neotropic ein diverses Programm mit Coversongs und eigenen Werken an den Start. Viele Köpfe bewegten sich zu den Klängen und auch der Applaus nach jedem Lied bestätigte den hohen Unterhaltungswert. Am überraschendsten empfand ich »Phoenix« (geschrieben von Joy): Tiefe, in die Knochen einziehende Beats neben schnellem Rap und gelegentlichen gesanglichen Darstellungen von Leichtigkeit. Das circa dreißigminütige Set war sehr kurzweilig und wir wollten immer mehr hören. Für genau diesen Fall hat sich das Orga-Team des Abends mit einer offenen Jam Session im Anschluss genau die richtige Idee einfallen lassen. Als Schmankerl kam man sogar mit seinem mitgebrachten Instrument oder Notenblatt kostenlos rein. 

Danke an MHHumor, Campus Life e.V. und an alle Musiker*innen des Abends. Es war schön mit euch und um es in den Worten von Neotropic zu sagen: »[there were] too many nights I couldn’t see that it’s good right here«. Denn ja, gute Musik gibt’s auch schon im Wohnzimmer zu hören.

/nh

Hier ein paar nützliche Infos für Euch:

MHHumor        mhhumor@nullmhh-asta.de
                        https://www.facebook.com/MHHumor/           

Campus Life e.V.          info@nullcampuslife-mhh.de
https://www.facebook.com/campuslifemhh/
                                   

Vinter (Nicola, Stephan, Dominik, Joshua)

https://www.youtube.com/watch?v=Bp_8G-oOsswVinter »Run,Run,Run« 

https://www.youtube.com/watch?v=1oJmjsLMeZsVinter »Don’t Watch Me Drown«

Neotropic (Elias, Joy, Joules)

joulesthefox.com